WDR| Fall „Corelli“: Was wir wissen und was nicht


Der Skandal um den V-Mann „Corelli“ zieht immer weitere Kreise. Immer wieder werden neue Details über den verstorbenen Top-Spitzel des Verfassungsschutzes bekannt, dem Verbindungen zur Terrorzelle NSUnachgesagt werden. Ein Überblick über den Stand der Ermittlungen.

Welche Verbindungen hatte der Spitzel zur NSU?

V-Mann „Corelli“ hatte 18 Jahre lang für das Bundesamt für Verfassungsschutz die rechte Szene in Sachsen und Sachsen-Anhalt ausspioniert. Für die „Top-Quelle“ gab das Amt rund 300.000 Euro aus. Informant Thomas R. alias „Corelli“, der sich „HJ Tommy“ nannte, hatte sich selbst dem Verfassungsschutz angedient. Er betrieb Internet-Seiten, um die Szene zu vernetzen, half neonazistischen Medienprojekten mit Serverplatz, berichtete mit Fotos von zahlreichen Aufmärschen und mischte bei mehreren rechtsextremen Organisationen mit. Außerdem baute er ein internes Forum für Neonazis auf, saß so direkt an der Quelle, was Informationen anging. R. hatte zum Beispiel dem Fanzine „Der weiße Wolf“ aus Mecklenburg-Vorpommern Serverplatz zur Verfügung gestellt. Das Fanzine veröffentlichte 2002 einen Dank an den NSU. Die Terrorgruppe hatte dem Neonazi-Magazin zuvor eine Spende von 2.500 Euro zukommen lassen.

Das Gebaeude des Bundesamts fuer Verfassungsschutz (BfV) in Koeln

Der Bundesverfassungsschutz in Köln

Im Oktober 2014 fand das BKA im Archiv des Bundesamtes eine CD mit der Aufschrift „NSU/NSDAP„, die seinem V-Mann-Führer bereits 2005 zugeleitet worden war. Der V-Mann will die DVD kurz zuvor beim Aufräumen gefunden haben. Der Inhalt der Daten-CD ähnelt denen von Thomas R.’s ehemaliger Internet-Seite, auf der er zahlreiche Aufnahmen aus dem „Dritten Reich“ gesammelt hatte. Eine Beteiligung „Corellis“ an der Herstellung ist nicht auszuschließen.

Welche Indizien gibt es?

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