heute| Machtkampf in der AfD: Brandbriefe und Umarmungen in Magdeburg


von Annegret Oster, Magdeburg

In der AfD rumort es gewaltig. Nicht nur im Bund und in Baden-Württemberg – auch in Sachsen-Anhalt ist Dampf auf dem Kessel. Die explosive Mischung: eine unzufriedene Basis, ein angeschlagener Fraktions- und Parteivorsitzender und ein doppelzüngiger Landtagsabgeordneter.

Die Überschrift des Wutbriefs: „Ruf der Vernunft aus Sachsen-Anhalt!“ 54 AfD-Mitglieder haben ihn unterzeichnet, darunter zwölf von 14 Kreisvorsitzenden, 16 der 25 Landtagsabgeordneten und zwei Vize-Landeschefs. „Wir wollen keine Verschmelzung mit Organisationen, die als Auffangbecken für Extremisten fungieren“, heißt es darin, und weiter: „Wir wollen auch selbst kein Auffangbecken für ehemalige Netzwerke der NPD sein.“ Der Brandbrief richtet sich in erster Linie gegen die beiden bekanntesten Gesichter der AfD Sachsen-Anhalts: den Partei- und Fraktionschef André Poggenburg und den Landtagsabgeordneten Hans-Thomas Tillschneider.

Gegen André Poggenburg formiert sich schon seit einer Weile Widerstand. Mangelnde Führung, Unzuverlässigkeit, keine klare Positionierung gegen einen Rechtsruck in der Partei lauten die Vorwürfe. So brachte er die umstrittene, frühere Pegida-Mitorganisatorin Kathrin Oerthel als mögliche Fraktionsmitarbeiterin ins Gespräch, „ein laufendes Bewerbungsverfahren“ dementierte der 41-Jährige allerdings später. Außerdem kreiden ihm viele Parteigenossen Ämterhäufung an: Im Mai hatte sich der Fraktionsvorsitzende wieder zum Parteichef wählen lassen – obwohl er davor erklärt hatte, auf das Amt verzichten zu wollen.

 

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