Endstation rechts| Nebenklage: NPD-Landtagsabgeordneter Petereit als Zeuge im NSU-Prozess geladen


Bereits zu Beginn der Ermittlungen gegen den NSU rückte der NPD-Landtagsabgeordnete David Petereit in den Fokus der Behörden. In einem von ihm zeitweise verantworteten Fanzine war 2002 ein „Dank an den NSU“ erschienen. Vor Gericht berichtete die Hauptangeklagte Beate Zschäpe außerdem von einer Geldspende. Nun werde Petereit nach Aussage der Nebenklage als Zeuge vor das Münchner Oberlandesgericht geladen.

Die fortlaufend aktualisierte Terminliste des SWRim NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München nennt für den 301. Verhandlungstag einen besonderen Zeugen. Offensichtlich ist für die Vernehmung von „David P.“ genug Zeit eingeplant – weitere Zeugen sind am 13. Juli nicht geladen. P. soll ab 9.30 Uhr Rede und Antwort stehen. Bei „David P.“ handele es sich um den NPD-Landtagsabgeordneten David Petereit, wie eine Vertreterin der Nebenklage, Rechtsanwältin Antonia von der Behrens, ENDSTATION RECHTS. auf Nachfrage mitteilte.

Die Befragung soll den Opferanwälten helfen zu klären, wann die Verfassungsschutzbehörden tatsächlich Kenntnis von der rechtsterroristischen Gruppierung gehabt haben könnten. Auf die Spur des NSU hätte nach Ansicht der Nebenklage den Geheimdienst nämlich ein Dank in der Neonazi-Postille „Der weiße Wolf“ bringen können, der zeitweise von Petereit verantwortet wurde. „Vielen Dank an den NSU, es hat Früchte getragen😉 Der Kampf geht weiter…“ heißt es in der Ausgabe 18, die im September 2002 erschien. Der NPD-Mann indes streitet ab, zu diesem Zeitpunkt für das Heft verantwortlich gewesen zu sein. Den Hinweis hatte 2011, also neun Jahre später, nicht etwa die Polizei, sondern die Berliner Informationsstelle apabiz öffentlich gemacht.

 

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