Hajo Funke:In Erinnerung an Elie Wiesel (1928 – 2016)


 

Synagoge in der Geburtsstadt von Elie Wiesel, Sighet Marmatiei

 

In Erinnerung an Elie Wiesel (1928 – 2016)

Elie Wiesel hat uns beeindruckend an seine Stadt Sighet Marmatiei erinnert und an sein und das Schicksal der ermordeten und der wenigen überlebenden Juden in Europa. Er wurde als Fünfzehnjähriger nach Auschwitz und später nach Buchenwald deportiert, wo er 1945 befreit worden ist.

Im Frühjahr 1985 hat er im Weißen Haus öffentlich an Präsident Ronald Reagan appelliert, den beabsichtigten Besuch Ronald Reagans und des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohls auf dem Soldatenfriedhof von Bitburg abzusagen: Die symbolische Ehrung der SS-Runen auf Soldatengräbern fand am 5. Mai 1985 dennoch statt. Aber er hat uns, einer ganzen Generation, eine andere Erinnerung ermöglicht und darum auch gebeten.

Auf Konferenzen wie Anfang der achtziger Jahre in Washington war er die Stimme der Erinnerung und plädierte für das 1998 eingeweihte US Holocaust Museum in Washington. (Er hat mir dazu für den Sender Freies Berlin ein Interview gewährt.)

Er bestand unbeirrt auf dieser anderen Erinnerung und war doch und deswegen Objekt antisemitischer Erinnerungsverweigerung, in Deutschland bis auf die jüngsten Tage.

Tief berührt von seinem Tod

Hajo Funke

Berlin, den 3. Juli 2016

 

 

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