n24| Das ist Frauke Petrys letzte Chance


In Baden-Württemberg zerfällt die AfD, die Querelen desillusionieren potentielle Wähler. Zwar demonstriert die Parteispitze Einigkeit, doch Frauke Petry droht der Machtverlust. Sie hat einen Plan.

Der Weg in die Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. Gefasst wurden die von der Alternative für Deutschland (AfD) vor 14 Tagen im Harz. In Braunlage, unweit der Dörfer Sorge und Elend, schworen sich die Mitglieder des Bundesvorstands und die Landeschefs, lieb zueinander zu sein. Fest versprochen und protokolliert wurde auf der Klausurtagung, dass Differenzen intern statt in den Medien auszutragen seien und jeder Landesverband seine Angelegenheiten ohne Einmischung von außen regeln könne.

Wenn das nicht geschähe, so drohten einige Funktionäre in Braunlage, dann müsse die AfD durchs Fegefeuer eines Sonderparteitags mit der Neuwahl des Vorstands gehen, damit sie nicht durch die politische Todsünde der Selbstzerfleischung direkt in die ewige Verdammnis der Bedeutungslosigkeit gestürzt werde.

Doch schon kurz nach dem Treffen wurde in der Partei gesündigt wie nie zuvor. Im Antisemitismusstreit der baden-württembergischen AfD um den Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon, verbunden mit dem Machtkampf der Parteichefs Jörg Meuthen und Frauke Petry, kam es in der vergangenen Woche zu einem grotesken Streit – mit der Folge, dass im Südwesten jetzt zwei AfD-Fraktionen existieren. Eine alte mit acht Mitgliedern, eine neue (Alternative für Baden-Württemberg) mit 14 Mitgliedern inklusive Meuthen. Jede Fraktion will die wahre sein. Alle guten Vorsätze von Braunlage wurden gebrochen. Ein Sonderparteitag wird damit zur realen Option.

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