Handelsblatt| AfD sorgt für Alarmstimmung in jüdischer Gemeinde / AfD Solidarität mit Berliner „IB“ Aktion am Brandenburger Tor


Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern (IKG), Charlotte Knobloch, hat die Parteien aufgefordert, dem Aufstieg der Alternative für Deutschland Einhalt zu gebieten. Schon bei den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern (4. September) und Berlin (18. September) „könnten radikale Rechte aus dem Stand in zwei weitere Landesparlamente einziehen – und zwar mit erschreckenden Zahlen, die das Machtgefüge nicht nur in den betreffenden Ländern, sondern in der gesamten Bunderepublik tiefgreifend verändern könnten“, .

Die demokratischen Parteien und Kräfte sollten daher „die politische Siesta“ beenden. Noch immer falle die Reaktion auf das „rasante und enorme Erstarken“ der Rechtspopulisten und Rechtsextremen „viel zu gleichgültig und ungelenk“ aus, kritisierte die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland. „Ich vermisse die unbedingte Leidenschaft im Kampf um die freiheitlich-demokratischen Werte und um die Zustimmung der Bürgerinnen und Bürger, die immer öfter bereit sind, sich von den Demokraten abzuwenden, alternativen Ideen und revisionistischen Ideologien zuzustimmen“, erklärte Knobloch und mahnte: „Noch ist es nicht zu spät, den Spuk zu beenden, aber Eile, Einsicht und kluges strategisches Agieren sind dringend geboten – zumal in einem Land, in dem beharrlich beteuert wird, aus der Geschichte gelernt zu haben.“…….

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AfD verteidigt „harmlose“ Aktion der „Identitären“

Aus der AfD kam derweil indirekte Unterstützung für Aktion der „Identitären“. Holger Arppe, Landtagskandidat für die Nordost-AfD, erklärte auf Twitter: „In halb #Berlin tobt der linksextreme Mob und #SPD -Müller jammert über ein Transparent der #IB am #BrandenburgerTor.“ Und: „Das System reagiert auf diese harmlose Aktion der #IB so nervös und hysterisch, wie sonst nur Diktaturen.“

Arppe gilt als Rechtsausleger in seiner Partei. Im vergangenen Jahr war der ehemalige Landeschef der AfD in Mecklenburg-Vorpommern wegen Volksverhetzung verurteilt worden. Arppe musste wegen eines entsprechenden Kommentars im Internet eine Geldstrafe von 2.700 Euro zahlen. Arppe hatte im Jahr 2010 die britischen Inseln als einen Ort bezeichnet, der für die in der EU lebenden Muslime als Quarantäne-Insel benützt werden könne.

 

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