Hajo Funke| Wahlaufruf zur Wahl in Berlin – Keine Stimme für die AfD!


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger in Berlin!

Ich möchte Ihnen empfehlen, bei der Wahl am kommenden Sonntag, keine Partei zu wählen, die Vorurteile und Gewalt schürt.

Ich teile Ihre Kritik und die Besorgnisse über die politischen Verhältnisse in dieser Stadt, auch die Wut über die katastrophale Mietsituation, die vernachlässigten Schulen, die Verschwendung von Steuermitteln in Großprojekten, die miserable Verwaltung, die soziale Ungerechtigkeit.

Trotzdem: die Alternative für Deutschland ist keine Alternative für Berlin.

Sie bietet für keines unserer Probleme auch nur den Ansatz einer Lösung. In der AfD drängt man sogar darauf

  • Hartz IV zu kürzen

und

  • den Mindestlohn von (mindestens) 8 Euro 50 abzuschaffen.

Die AfD in Berlin ist vor allem eine enge Klientelpartei für Immobilieninteressierte. Mit ihr würden womöglich noch mehr Mieter aus ihren Wohnungen gedrängt, wenn Neu-Eigentümer sie loswerden wollen. Die AfD ist keine Partei für unseren Protest!

Es ist unanständig, wenn die Parteivorsitzende Frauke Petry der Bundeskanzlerin Angela Merkel vorwirft, dass sie keine Kinder habe und deswegen in der Welt nicht Bescheid wisse. Die AfD will eine ethnisch reine deutsche Geburtspolitik durchsetzen. Viele in der Partei fordern ein Verbot der Abtreibung.

Frauke Petry setzt auf Donald Trump, der unverantwortlich und ohne jede Kontrolle gegen große Minderheiten in den Vereinigten Staaten hetzt und wäre er Präsident, wäre er eine Gefahr für den Weltfrieden.

Die radikalen Kräfte in der AfD benutzen, ja missbrauchen unseren Protest für ihre ganz eigenen Zwecke. Sie kooperieren mit gewaltgefährlichen Rechtsextremen, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden, und reden zu allem Überfluss den „Bürgerkrieg“ in unseren Städten herbei. Sie heizen das Klima auf und riskieren soziale Unwetter statt Lösungen anzubieten. Dies würde der Stadt auch wirtschaftlich schaden.

Nein, die AfD ist eine Gefahr für unser Zusammenleben, für den sozialen Frieden in unseren Kiezen und Stadtteilen, für die freundliche Weltstadt mit ihrer Offenheit.

Als Bürger dieser Stadt, seit über 50 Jahren, bitte ich Sie, eine der demokratischen Parteien zu wählen, die unseren Protest tatsächlich aufnimmt und für eine soziale, freundliche Stadt arbeitet.

Berlin, den 16. September 2016

Ihr Hajo Funke

(Von mir ist dazu jüngst das Buch „Von Wutbürgern und Brandstiftern“ erschienen.)

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