tagesspiegel| Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus – Diese AfD-Politiker sitzen bald im Parlament


Ex-Soldaten, enttäuschte Konservative – und ein Physiker: Die neue AfD-Fraktion ist ein gemischter Haufen. Wir haben für Sie die Personalien genauer angesehen.

von , , und Felix Hackenbruch
 

DIE LISTENKANDIDATEN

1. GEORG PAZDERSKI

Jahrgang 1951,Landesvorsitzender,
Seine Führungserfahrung, so heißt es, sei Georg Pazderskis Stärke. Der Spitzenkandidat galt anfangs als Verlegenheitslösung; er lebt erst seit vier Jahren in Berlin. Der gebürtige Pfälzer war 41 Jahre Berufsoffizier, zuletzt im Rang eines Oberst im Generalstab. Auf diese Militärkarriere, die ihn bis zur Nato und nach Florida führte, ist er stolz – er bezeichnet sich als „Kosmopolit“. Pazderski brachte Anfang des Jahres den AfD-Landeschef Günter Brinker zu Fall, der als moderat galt. In der Partei heißt es, dass Pazderski 2017 in den Bundestag will. Das könnte für ihn noch zum Problem werden, wenn es um den Fraktionsvorsitz geht.

2. KARSTEN WOLDEIT

Jahrgang 1975, Stellvertretender Vorsitzender der AfD in Lichtenberg
Karsten Woldeit, der wie Pazderski viele Jahre bei der Bundeswehr war, rühmt sich guter Kontakte zum Landeskriminalamt und zur Polizei. Nach dem Wahlkampf verdankt seine Partei ihm viel: Er hat dafür gesorgt, dass die AfD in Berlin die organisatorischen Hürden für die Wahlzulassung nahm, hat Listen zusammengestellt, Plakate und Flyer drucken lassen und schulte immer wieder künftige Mitglieder der Bezirksverordnetenversammlungen (BVV). Denn Woldeit, ein Ex-CDUler, saß zehn Jahre als Bürgerdeputierter in der BVV in Lichtenberg. „Wir wollen Realpolitik machen und keine Fundamentalopposition sein“, sagt er.

3. RONALD GLÄSER

Jahrgang 1973, Landespressesprecher und Mitglied im Landesvorstand
„Sie wollten meine Botschaft nicht hören“, sagt Ronald Gläser heute über seine ehemalige Partei, die FDP. 15 Jahre war er dort Mitglied. 2007 der Austritt. „Da hätte ich nicht gedacht, dass ich nochmal in eine Partei eintrete.“ Später ging Gläser gegen die Euro-Rettung auf die Straße und kippte nach dem Vorbild der amerikanischen Tea- Party-Bewegung Oliven in die Spree. Gläser, der für die rechtsgerichtete „Junge Freiheit“ schreibt, sieht sich in der AfD als Vertreter kleiner und mittelständischer Unternehmen. Die beste Wirtschaftsförderung sei die Streichung von Subventionen.

 

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