Zeit| AfD : „Vorschläge zur Flüchtlingskrise erinnern an Warschauer Ghettos“


Die baden-württembergische Abgeordnete Claudia Martin verlässt die AfD. Deren Kurs sei ihr zu extrem, ein Arbeitspapier zur Flüchtlingskrise erinnere an Nazi-Methoden.

Sie könne den Kurs ihrer Partei nicht mehr mittragen, begründete die baden-württembergische AfD-Abgeordnete Claudia Martin ihren Austritt aus Fraktion und Partei. Inhalte kämen zu kurz, es gehe nur noch gegen Flüchtlinge und den Islam. „Mit dem Einzug der AfD in immer mehr Landesparlamente und dem beginnenden Bundestagswahlkampf mache ich die Beobachtung, dass wir immer weniger differenzieren, sondern langsam das werden, was man uns schon immer vorwirft: rechtspopulistisch“, erklärte Martin in einem Video auf YouTube. Mit Slogans wie „Merkel muss weg“ und „Flüchtlinge sind an allem schuld“ habe sich die AfD auf den Weg gemacht, Wählerstimmen zu gewinnen.

„Und da ist es nicht verwunderlich, dass in der AfD-Fraktion von Baden-Württemberg plötzlich ein Arbeitspapier auftaucht, mit Lösungsvorschlägen zur Flüchtlingskrise, das an die Warschauer Ghettos erinnert“, sagt Martin. In dem Papier, das der stellvertretende baden-württembergische Fraktionsvorsitzende Emil Sänze mit in Auftrag gegeben haben solle, werde etwa vorgeschlagen, Asylbewerber in Sonderlagern zu kasernieren und sie dort als Aufbauhelfer für die Rückkehr in ihre Heimat vorzubereiten, sagte sie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).

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