Deutschlandfunk| AfD Thüringen: Rückendeckung nach Israel-Reise mit islamfeindlichem Blog


PI-News gilt als eines der einflussreichsten islam- und fremdenfeindlichen Blogs in Deutschland. Ende 2016 boten sie eine Leser-Reise nach Israel an. Mit dabei der Thüringer AfD-Landtagsabgeordnete und Obmann im NSU-Untersuchungsausschuss, Jörg Henke, sowie inkognito ein Reporter des Magazins „Neon“. Die Fraktion stellt sich hinter Henke.

Die AfD-Landtagsfraktion in Thüringen hat Vorwürfe gegen ihren Abgeordneten Henke im Zusammenhang mit dessen Teilnahme an einer Israel-Reise der islamfeindlichen Internetseite „PI-News“ zurückgewiesen. Ein mitgereister Journalist habe versucht, Henke zu Aussagen zu bewegen, die den Holocaust relativieren könnten, teilte ein Fraktionssprecher in Erfurt dem Deutschlandfunk auf Anfrage mit. Henke habe sich in aller Form von den Andeutungen des Journalisten distanziert.

Als Reporter für das Magazin „Neon“ hatte sich Marco Maurer mit verdeckter Identität der Reisegruppe angeschlossen. Am fünften Tag der Reise besichtigte die Gruppe die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Über Henke schrieb Maurer in seinem Bericht, für einen Mann, der im Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss sitze, zeige er wenig Distanz zu braunem Gedankengut. Allerdings schrieb er über Henke auch: „Er sagt, den Holocaust in Frage zu stellen, sei unsäglich.“

Maurer hält ferner fest, er habe Henke gefragt, wie er zu umstrittenen Aussagen von Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke stehe. Demnach antwortete Henke, „natürlich denke er genauso wie Höcke. Das dürfe man aber den Medien nicht erzählen“. Dem Sender MDR Thüringen hatte Jörg Henke Ende 2015 gesagt: „Ich finde die Aussagen Höckes unglücklich.“

 

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