Telepolis| Der NSU und das unbekannte kriminelle Netz


von Thomas Moser

Neonazis, V-Leute und Polizisten als Teil der organisierten Kriminalität – Folge 8 der Telepolis-Serie zum „NSU“

Zu Teil 1: Das Kiesewetter-Rätsel
Zu Teil 2: Die Nagelbombe in der Kölner Keupstraße
Zu Teil 3: Ein Verfassungsschützer während der Tat am Tatort
Zu Teil 4: Die Raubüberfälle des NSU
Zu Teil 5: Außen Ku-Klux-Klan – innen Verfassungsschutz
Zu Teil 6: Die NSU-Untersuchungsausschüsse der Parlamente
Zu Teil 7: Der Zschäpe-Prozess in München

An keinem der fast 30 Tatorte – zehn Morde, 15 Raube und drei Sprengstoffanschläge – wurde DNA-Material der beiden toten mutmaßlichen Täter Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos gefunden. Stattdessen viele unbekannte DNA-Spuren. Und dann wurde im Oktober 2016 doch eine DNA-Spur von Böhnhardt sichergestellt, fünf Jahre nach dessen Tod und an einem Ort, der elektrisiert: dem Fundort der sterblichen Überreste des Mädchens Peggy K. in einem Waldstück in Südthüringen.

Damit könnten sich ganze neue Räume im sogenannten NSU-Komplex öffnen. Kindermord, Kindermissbrauch, Kinderhandel? Das hätte eine eigene gesellschaftliche Dimension. Die DNA-Spur ist bislang unverändert gültig, allen aufgeschreckten Bemühungen bestimmter Medien sowie Vertretern des Sicherheitsapparates und der Politik zum Trotz, sie als übertragene Verunreinigung hinzustellen. Was aus dem DNA-Fund folgt, und ob es tatsächlich eine Verbindung zwischen dem ermordeten Kind und dem NSU gab, ist zur Zeit offen.

Eine andere ungeklärte DNA-Spur fand sich an einer Socke im ausgebrannten Wohnmobil von Eisenach, wo am 4. November 2011 Böhnhardt und Mundlos ums Leben kamen. Auf der Socke wurde einerseits DNA von Beate Zschäpe, der Komplizin der beiden Männer, sichergestellt, daneben aber die DNA eines unbekannten Mannes.

Die Ermittler bezeichnen die Spur bis heute als P 46. In der DNA-Analysedatei (DAD) des Bundeskriminalamtes (BKA) erzielte ein Abgleich von P 46 drei Treffer: Sie wurde zwischen 2002 und 2005 an Tatorten in Berlin, Hessen und Nordrhein Westfalen sichergestellt. In einem Fall ging es um Diebstahl, in den zwei anderen Fällen um Wohnungseinbrüche.

 

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