tagesschau| Wollen Höcke-Unterstützer Petry stürzen? Offener Machtkampf – Ende der AfD eingeläutet?


Der Machtkampf in der AfD nimmt offenbar Fahrt auf. Unterstützer des Thüringer Landeschefs Höcke wollen nun per Mitgliederentscheid vorgezogene Neuwahlen des Bundesvorstandes erreichen. Das geht aus einem Aufruf an die Mitglieder hervor, der WDR und NDR vorliegt.

Von Sebastian Pittelkow, NDR, und Katja Riedel, WDR

Der Aufruf wurde am Donnerstagabend per Mail als Petition verschickt. Die Initiatoren wollen erreichen, dass 1000 AfD-Mitglieder unterschreiben, um so einen Mitgliederentscheid  über vorgezogene Bundesvorstandswahlen zu erreichen. Regulär würde wohl erst nach der Bundestagswahl im Herbst gewählt, die Amtszeit endet offiziell im Juli. Die Initiatoren wollen das beschleunigen. Sie halten den Zeitpunkt offenbar für günstig, um Parteichefin Frauke Petry zu stürzen.

Zwei Lager stehen sich gegenüber

Seit gegen den Thüringer Landeschef Björn Höcke ein Parteiausschlussverfahren mit vier zu neun Stimmen beschlossen wurde, stehen sich im Bundesvorstand um Frauke Petry und Jörg Meuthen zwei Lager noch feindlicher gegenüber als schon zuvor: Ein äußerst konservatives, rechtsnational gesinntes Lager um den ehemaligen hessischen CDU-Spitzenpolitiker und jetzigen Brandenburger Fraktionschef Alexander Gauland auf der einen Seite. Und auf der anderen ein eher pragmatischeres und machtpolitischer ausgerichtetes, aber ebenfalls regelmäßig nach rechts ausschwenkendes Lager um Petry. Letzteres hat im Führungsgremium derzeit die Mehrheit. Doch diese Mehrheit scheint zu bröckeln: Denn seit die Streitereien und der bizarre Machtkampf an der Spitze in aller Öffentlichkeit ausgefochten werden, verliert die Partei in Umfragen.

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