bnr| Saar-AfD: „Feuersturm“ auf den Landtag


VON RAINER ROESER
Für jene in der AfD, die auf einen soliden und seriösen Ruf ihrer Partei Wert legen, muss ihr saarländischer Landesverband ein Graus sein – eigentlich. In Wahlkampfzeiten werden alle Bedenken beiseite gewischt.

Die Saar-AfD verkörpert vieles, was AfDler, die sich „gemäßigt“ nennen, schaudern lässt. Da ist – erstens – der Landesvorsitzende Josef Dörr mit seinem Hang zu pathetischem Gedröhn. Zuweilen philosophiert er über die „Glut einer mächtigen Wut“. Das klingt dann so: „Die Missstände in unserem Land sind der Wind, der diese Glut entfacht. Eine Flamme kommt zur anderen Flamme. Die Flammen wachsen zu einem Flammenmeer und schließlich zu einem Feuersturm. Dieser Feuersturm wird alles hinwegfegen und vernichten, was schlecht ist.“ Da ist – zweitens – ein Landesverband, der wirkt, als würde er ganz nach Klüngel-Prinzipien geführt. AfD-Chefin Frauke Petry sprach einmal von einem Prinzip „Family and Friends“, das den Chef der Saar-AfD leite. (bnr.de berichtete)

Da ist – drittens – ein Landesvorstand, der monatelang wegen seiner Kontakte zu rechtsextremen Gruppen Schlagzeilen machte. Der „Stern“ berichtete unter dem Titel „Die AfD und die Neonazis“ ausführlich über Kontakte Dörrs und seines Stellvertreters Lutz Hecker ins Lager der extremen Rechten, auch zu einer NPD-nahen Gruppe. Und da ist – viertens – ein Spitzenkandidat, gegen den die Staatsanwaltschaft im Vorfeld des Wahlkampfs ermittelte, weil in seinem Antiquitätenladen Orden mit Hakenkreuzen verkauft wurden. Solide und seriös geht anders.

weiterlesen

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: