fnp| Kommentar zu NSU-Ausschuss: Ein weiteres Puzzleteil


VON

Mord verjährt nicht. Die Hinterbliebenen des Kasseler Internetcafé-Besitzers Halit Yozgat und die deutsche Öffentlichkeit haben ein Recht darauf, die vollständigen Hintergründe über die Tat am 6. April 2006 zu erfahren. Die Gesetzeslage ist eindeutig. Der Fall darf nicht zu den Akten gelegt werden. Auch wenn seitdem über zehn Jahre vergangen sind, in der Zwischenzeit Staatsanwaltschaften und Polizei ihre Arbeit getan haben, trotz eines laufenden Mordprozesses in München, mehrerer parlamentarischer Untersuchungsausschüsse und trotz der Auffassung der Bundesanwaltschaft, der Fall in Kassel – Nummer neun in der NSU-Mordserie – sei ausermittelt. Er ist es nicht. Das lässt sich in zweierlei Hinsicht begründen.

Erstens: So akribisch die jahrelangen, minutiös angestellten Nachforschungen auch waren, so wenig konnten sie bis heute die Zweifel auch nur ansatzweise zerstreuen, die von Anfang an bestanden. Ein Mitarbeiter des Hessischen Verfassungsschutzes befindet sich genau zur Tatzeit in dem Internetcafé in Kassel – von dem Mord an Yozgat will er aber nichts mitbekommen haben, wie er bis heute beteuert. Schon der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass so viel Zufall nicht sein kann. Hinzu kommen aber auch die Widersprüche, in die sich Ex-Verfassungsschützer Andreas Temme später verwickelte. Etwa bei seinen Angaben, wann er das Café verlassen haben will. Als er ging, lag Halit Yozgat schon von den Kugeln aus der Ceska getroffen hinter dem Tresen. Temme ist fast zwei Meter groß und konnte den Bereich leicht einsehen.

 

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