Werder Trainer Nouri: Klares Bekenntnis gegen die AfD!


Welt am Sonntag: Sie sind einer der wenigen Fußballtrainer, die sich politisch äußern. Als Donald Trump ein Einreiseverbot für Menschen aus gewissen Ländern, zum Beispiel dem Iran, erließ, zeigten Sie ihm via Facebook die Rote Karte.

Nouri: Ich bin kein Politiker und werde es nie sein. Aber das hat mich persönlich betroffen – als Halbiraner und als jemand, der viele Freunde und Verwandte in den USA hat. Ich liebe dieses Land, war als Kind oft da und habe eine Saison in Seattle Fußball gespielt. Ich fand die generelle Vorverurteilung von Menschen durch den US-Präsidenten einfach schrecklich. Menschen der Freiheit zu berauben, dorthin zu reisen, wohin sie wollen, passt einfach nicht in mein Weltbild und das Bild, das ich von den USA habe.

Welt am Sonntag: Unter der Woche sagten Sie: „Ich habe kein Problem mit Europa – ich bin ja nicht die AfD.“

Nouri: Ich mache mir schon Sorgen um gewisse Dinge in unserer Gesellschaft. Es gibt Entwicklungen, die ich nicht gutheißen kann, dazu gehört auch das Emporkommen der AfD. Allerdings sollte man sich davon auch nicht einschüchtern oder sein Leben beeinflussen lassen. Eine der wichtigsten Errungenschaften unserer modernen Gesellschaft war es, mehr Offenheit zu wagen und weniger Grenzen, mehr Freiheit und weniger Vorverurteilungen. Dadurch durfte ich viele tolle Menschen kennenlernen, die mein Leben bereichert haben. Menschen, die mir gezeigt haben, dass auch ich mit gewissen Vorurteilen falsch gelegen habe. Das sind Werte, die ich meinen Kindern mitgeben möchte. Nun gibt es Leute, die dieses Rad zurückdrehen wollen, und dagegen sollte man sich wehren.

 

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