Südwestpresse| Brisante Spuren im Fall Kiesewetter ignoriert/ Es darf nicht aufgeklärt werden


von Thumilan Selvakumaran |

Der Heilbronner Poli­zistenmord 2007 ist gespickt mit vielen Er­mittlungspannen. Nun kommt eine weitere hinzu: Nach dem Wattestäbchen-Skandal 2009 musste die Soko „Parkplatz“ von vorne beginnen – und tappte im Dunkeln. Der Nationalsozialistischen Untergrund flog erst Ende 2011 auf. Als aber im April 2009 eine Beamtin eine vielversprechende Spur auswerten wollte, wurde sie offenbar ausgebremst.

Laut Akten, die der SÜDWEST PRESSE vorliegen, sicherte sich die Soko 2007 tausende Nummern von Mobiltelefonen, die zur Tatzeit in Heilbronn eingeloggt waren. Diese wurden zur Auswertung an Europol geschickt. 2008 erhielt das Landeskriminalamt  (LKA) die Antwort über das Bundeskriminalamt (BKA).  Es sei zu 45 Kreuztreffern gekommen. Diese Nummern waren bereits im System und gehörten zu Kriminellen, deren Kontaktleuten, zu Zeugen oder Unbeteiligten, die zufällig ins Visier geraten waren. Die Treffer blieben unangetastet.

Handy in Tatortnähe eingeloggt

Laut Notiz will die Soko-Ermittlerin Sabine R. gleich nach Auf­fliegen des Wattestäbchen-Skandals 2009 die Ermittlungen zu den Kreuztreffern erneut anstoßen. In einer E-Mail bittet sie Kollegen um Daten. Am 18. Juni 2009 folgt die Antwort des LKA-Beamten R.: Es sei entschieden worden, „die Auswertung der Treffer zunächst zurück zu stellen“.

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