swr| Neue Spuren im Mordfall Kiesewetter?


Möglicherweise waren Kontaktleute islamistischer Terroristen zum Zeitpunkt des Polizistinnenmords in Heilbronn. Der ARD-Magazinsendung „Report Mainz“ und dem Magazin „Stern“ liegen geheime Polizeiakten vor.

Im April erst war der zehnte Jahrestag des Mords an der Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn. Viele Spuren führen zum so genannten Nationalsozialistischen Untergrund (NSU), dem der Mord zur Last gelegt wird. Trotzdem gibt es noch immer viele Ungereimtheiten um die Bluttat.

Zwei Untersuchungsausschüsse im Landtag nahmen sich der Akten und des Falls an. Dabei geriet auch immer wieder die Ermittlungsarbeit der Polizei in den Fokus – und die Kritik. So auch in einer gemeinsamen Recherchearbeit des ARD-Fernsemagazins Report Mainz und des Magazins Stern.

Demnach könnten Kontaktleute islamistischer Terroristen möglicherweise am Tatort in Heilbronn gewesen sein, als die Polizistin Michèle Kiesewetter im April 2007 ermordet und ihr Kollege Martin A. lebensgefährlich verletzt wurde. Das geht aus den als geheim eingestuften Polizeiakten hervor, die dem Hamburger Magazin und dem ARD-Politikmagazin vorliegen.

Spuren in der Dschihadisten-Szene

Dabei geht es um Handydaten im Bereich rund um den Tatort des Polizistinnenmords. Diese wurden bisher von der Polizei nicht ausgewertet. Nach Recherchen von Stern und Report Mainz führen sie unter anderem in die Ulmer Dschihadisten-Szene. Konkret geht es um Funkdaten, die auch im Ermittlungsverfahren gegen die Sauerland-Terroristen auftauchten, die im April 2007 Sprengstoffattentate auf US-Einrichtungen planten. Diese Handynummer war offenbar zwei Stunden lang in die Funkzelle am Tatort in Heilbronn eingebucht und zehn Minuten vor den tödlichen Schüssen wieder ausgebucht.

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