Morgenpost|Kommentar: Was sich Berlins Verwaltung da leistet, ist Staatsversagen!


Die Liste des Versagens der Berliner Verwaltung ist lang. Aber niemand geht das Langzeit-Desaster an, sagt Joachim Fahrun.

Es ist peinlich für Berlin und einer deutschen Hauptstadt unwürdig. Bürger müssen anderswo heiraten, weil es ihrer Stadt nicht gelingt, die bürokratischen Voraussetzungen für den schönsten Tag des Lebens zu schaffen. Junge Eltern schlagen sich Nächte um die Ohren, um für ihr Baby eine Geburtsurkunde zu bekommen. Ohne die erhalten sie kein Elterngeld, können keine Elternzeit beantragen. Das Kind gibt es offiziell gar nicht. Monatelang. Was sich im Standesamt Mitte abspielt, ist nichts weniger als Staatsversagen.

Wieder einmal. Zuvor kollabierten die Bürgerämter unter dem unerhörten Anspruch der Bürger, Personalausweise zu wollen. Elterngeldstellen, weil doch tatsächlich Leute diese Sozialleistung in Anspruch nehmen wollten. Oder das Flüchtlingsamt Lageso. Oder die KfZ-Zulassungsstelle, oder die Grünflächenämter der Bezirke.

Die Liste des Versagens ist lang. Aber niemand in Politik und Adminis­tration scheint dieses Langzeit-Desaster an der Wurzel packen zu wollen. Angesichts dieser miserablen Performance von weiten Teilen der öffentlichen Verwaltung sollte sich kein Politiker wundern, dass die Berliner die Arbeit ihrer Regierung deutlich schlechter bewerten als die Bürger in anderen Bundesländern. Wer regiert, spielt keine Rolle.

 

 

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