Freie Presse| Risse in der bürgerlichen AfD-Fassade


In den Flügelkämpfen verortet sich der Zwickauer Kreisverband im gemäßigten Lager. Dabei gibt es sogar Kontakte in die Neonazi-Szene.

Von Michael Stellner

Zwickau. Frank Neufert ist stolzes Mitglied der fünfköpfigen AfD-Fraktion im Zwickauer Kreistag. Das ist ihm auf seinem Facebook-Profil sogar eine extra Erwähnung wert, in Klammern unter seinem Namen. Schwierigkeiten kriegt Neufert jetzt aber vom AfD-Kreisverband, weil er als Hintergrundbild eine Grafik gewählt hat, die den griechischen Buchstaben Lambda im Kreis zeigt – das Symbol der Identitären Bewegung (IB), die als rechtsextrem gilt und unter Beobachtung durch den Verfassungsschutz steht. Es ist nicht der einzige Hinweis, dass Spitzenfunktionäre der Zwickauer AfD keine Berührungsängste zur Neonazi-Szene haben.

Dabei betont Kreischef Frank-Frieder Forberg beharrlich, der Zwickauer Kreisverband vertrete in der Partei die bürgerliche Mitte. Forberg empfängt Gäste im Zwickauer Rathaus, wo er als Fraktionsgeschäftsführer der AfD im Stadtrat ein eigenes Büro hat. Vom AfD-Rechtsausleger Björn Höcke und dem Dresdner Richter Jens Maier will sich der Kreisverband nach seinen Angaben stark abgrenzen. Dem Direktkandidaten Benjamin Przybylla soll aufgrund dessen Pegida-Nähe die Kandidatur entzogen werden. „Wenn 20Prozent dieser Leute die Partei verlassen würden, dann hätten wir Zulauf von doppelt so vielen Gemäßigten, die jetzt noch einen Bogen um die AfD machen“, prophezeit Forberg. Extreme mag er nicht.

 

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