StN| Rechtsextremismus im Kreis Ludwigsburg: Der Spitzel am Neckar


Von Sven Ullenbruch

Ein ehemaliger Chef des Neonazi-Netzwerks Blood & Honor soll jahrelang für den Verfassungsschutz gearbeitet haben. Der Fall interessiert auch den NSU-Untersuchungsausschuss im Landtag.

Stuttgart – Wer sich auf die Suche nach einem der ehemals führenden Neonazis Deutschlands begibt, muss in eine kleine Gemeinde am Neckar im Landkreis Ludwigsburg fahren. Am Fuße der steilen Weinberge liegen gepflegte Einfamilienhäuser. In den Vorgärten plätschern Teiche, Rasenmäheroboter drehen ihre Runden. Doch Stephan L. öffnet seit Wochen nicht die Tür, wenn man klingelt. Auch in seiner Stammkneipe im Dorf hat man ihn länger nicht gesehen. In den Neunzigerjahren nannten den heute 46-Jährigen alle nur „Pinocchio“. Ein Spitzname, der seinen einstigen Kameraden in diesen Tagen bitter aufstoßen dürfte. Denn „Pin“ war damals jemand, zu dem man aufschaute. Jetzt wurde bekannt, dass er wahrscheinlich jahrelang für den Verfassungsschutz spitzelte.

 

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