ARD Fakt| Wenn kein deutsches Personal zu finden ist und Flüchtlinge ausgegrenzt werden. Wie soll da Integration funktionieren?


Viele Ausbildungsstellen bleiben auch in diesem Jahr unbesetzt. Erstaunlich ist, dass es für Unternehmer wesentlich einfacher ist, in Eigeninitiative junge Leute aus dem Ausland zu holen, als Flüchtlinge zu beschäftigen.

„Es war nicht fünf vor zwölf bei uns, es war fünf nach zwölf. Wir haben die Bücher voll, ohne Frage. Aber ohne Arbeitskräfte gerade im Dienstleistungsbereich geht es nicht“, sagt Gastronom Wolfgang Nickel. Trotz intensiver Suche findet er keine deutschen Arbeitskräfte oder Lehrlinge. Aus der Not heraus wirbt er Kräfte aus dem Ausland an.

Neun indonesische Azubis arbeiten als Koch oder Servicemitarbeiter für den Gaststättenbetreiber im sachsen-anhaltischen Köthen. Sie bekommen im ersten Ausbildungsjahr das hier übliche Lehrlingsgehalt von knapp 370 Euro plus der Zuschläge. Wolfgang Nickel hat die Indonesier mit Arbeitsvisa selbst nach Sachsen-Anhalt geholt.

Auf einer privaten Reise sprachen ihn Einheimische an: Ob ihre Kinder nicht eine Ausbildung in Deutschland machen könnten? Wolfgang Nickel holte zunächst vier junge Indonesier zu sich. Innerhalb von wenigen Wochen bekamen sie von der deutschen Botschaft ihre Arbeitsvisum. Die Voraussetzungen sind: gute Deutschkenntnisse, nachgewiesen durch Sprachkurse, plus Arbeits- und Mietvertrag.

Mit Jobangebot in nur zwei Wochen zum Visum

Weil es so gut klappt, stellt der Gastronom einige Monate später fünf weitere indonesische Azubis an. Wenn sie Wohnung und Arbeit vorweisen können, dürfen sie nach ihrer Ausbildung in Deutschland bleiben – und zwar unbegrenzt.

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