Hajo Funke| Der Fall Anis Amri


 

Am Dienstag, den 19. Dezember jährt sich das furchtbare Attentat von Anis Amri auf dem Breitscheidplatz. Angehörige werden  an ihre ermordeten Familienmitglieder erinnern. Montag, den 11. Dezember wird vom rbb die Dokumentation Der Anschlag – Als der Terror nach Berlin kam in der ARD (22.45 Uhr) ausgestrahlt..

Anlässe genug, auf eine Schwäche in der Aufklärung dieses Attentats hinzuweisen, die bisher nur am Rande besprochen wird: die Vertuschung der Beteiligung der Geheimdienste aus Deutschland und einiger seiner westlichen Verbündeten. Sie waren in den entscheidenden Sitzungen des gemeinsamen Terrorabwehrzentrums zum Fall Amri – die letzte nach bisherigem Stand am 2. November 2016 – dabei. Damit ist die begründete Annahme verbunden, es gab eine schützende Hand, die eine zeitgerechte Verhaftung von Anis Amri verhindert hat.

Wir haben schon Anfang des Jahres auf diese Dimension der Aufklärung verwiesen. (Vergleiche Funke/BUCKLITSCH| WIESO SOLLTE ANIS AMRI AUF FREIEM FUSS BLEIBEN.14. Januar 2017 auf dieser website)

Inzwischen gibt es Bestrebungen, wegen dieser unfassbaren Vertuschungen auch einen Bundestags-Untersuchungsausschuss einzurichten.

Denn offenkundig ist es ähnlich dem NSU-Fall erneut auch eine Frage, welches sicherheitsgefährliche Eigenleben Geheimdienste und ihre Mitarbeiter haben. Wir verweisen gern in diesem Zusammenhang auf die am Donnerstag, 14.12.2017 erfolgende Veröffentlichung von Hajo Funke:

Sicherheitsrisiko Verfassungsschutz. Staatsaffäre NSU: das V-Mann-Desaster und was daraus gelernt werden muss. (vsa-Verlag, Hamburg)

vsbuchcover

Darin geht es nicht nur um den NSU-Fall, sondern um eine ganze Anzahl ähnlicher Fälle und auch ausdrücklich um die Vertuschung im Fall Amri selbst.

Um diese und ähnliche Katastrophen zu verhindern, braucht es eine vom Bundestag beschlossene umfassende Kontrolle der Geheimdienste, die immer noch aussteht.

Berlin, 10. Dezember,

Hajo Funke und Lutz Bucklitsch

 

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