elalem|In Gedenken an die Ermordung Süleyman Taşköprüs durch den „NSU“ – Forderung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses in Hamburg


Initiative_Tasköprü
Heute jährt sich der Todestag von Süleyman Taşköprü, der am 27. Juni 2001 in der Schützenstraße in Hamburg-Bahrenfeldt vom sog. Nationalsozialistischen Untergrund ermordet wurde. Noch immer sind viele Fragen zum  Mord des 31-jährigen Familienvaters unbeantwortet: Wie und von wem wurde Süleyman Taşköprü als Mordopfer ausgewählt? Welche Rolle und Aufgabe hatte die Hamburger Neonazi-Szene im NSU-Komplex und beim Mord an Taşköprü? Warum unterließen Polizei und Staatsanwaltschaft bis 2011 die Verfolgung eines rassistischen Tatmotivs? Die Familie Taşköprü und die Hamburger „Initiative für die Aufklärung des Mordes an Süleyman Tasköprü“ fordern, diese und weitere Fragen im Rahmen eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses in Hamburg und über die Einrichtung einer unabhängigen Untersuchungskommission aufzuklären. Die Forderung, die Ellen als Erstunterzeichnerin mit unterstützt, haben wir hier veröffentlicht.
Die Forderung der Familie Taşköprü und der „Initiative für die Aufklärung des Mordes an Süleyman Tasköprü“ im Wortlaut:

„Am 27. Juni 2001 ermordete der Nationalsozialistische Untergrund in Hamburg-Bahrenfeld Süleyman Taşköprü.

NSU_Tasköprü_Initiative(3)Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) verübte 1999 bis 2010, soweit bisher bekannt, zehn Morde und drei Sprengstoffanschläge. Im Frühjahr 2018 geht nach 5 Jahren der Prozess gegen fünf Täter_innen des NSU vor dem Oberlandesgericht München zu Ende. Zum Ende des Prozesses sagte Ayşe Yozgat, Mutter eines durch den NSU Ermordeten, dem Münchner Gericht: „Sie haben wie Bienen gearbeitet, aber keinen Honig produziert. Es gibt kein Ergebnis“. Der Prozess wird voraussichtlich zur Verurteilung der Angeklagten führen, jedoch keine umfassende Aufklärung der komplexen Hintergründe und Verflechtungen der NSU-Mordtaten mit bundesweiten Naziszenen und staatlichen Geheimdiensten erbringen.

Nach Bekanntwerden des NSU im November 2011 sprach der Hamburger Innensenator Michael Neumann im Mai 2012 von der Notwendigkeit einer „rückhaltlosen Aufklärung“ des Mordes an Süleyman Taşköprü. Doch mehr als für andere Bundesländer gilt 2018 für Hamburg: Bisher blieb der NSU-Komplex – die Beteiligung des Verfassungsschutzes, die Mittäterschaft lokaler Neonazis, die Leugnung eines rassistischen Hintergrundes des Mordes durch Polizei und Staatsanwaltschaft und ihre rassistische Ermittlungspraxis – im Zusammenhang mit dem Mord an Süleyman Taşköprü unaufgeklärt. Die wichtigsten Fragen sind unbeantwortet:

  • Wie und von wem wurde Süleyman Taşköprü als Mordopfer ausgewählt?
  • Welche Rolle und Aufgabe hatte die Hamburger Neonazi-Szene im NSU-Komplex und beim Mord an Süleyman Taşköprü?
  • Warum unterließen Polizei und Staatsanwaltschaft bis 2011 die Verfolgung eines rassistischen Tatmotives?
  • Welche geheimdienstlichen Ermittlungen unternahm das Hamburger Landesamt für Verfassungsschutz mit welchen Ergebnissen in Bezug auf den NSU und die Hamburger Neonaziszene?

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