Morgenpost| Wie CSU-Chef Seehofer immer weiter die Kontrolle verliert /Bitte beendet dieses Schauspiel endlich!


Horst Seehofer steht mit dem Rücken zur Wand. Seine Gegner: die Liberalen an der Basis, die Kirchen, die AfD – und das Söder-Lager.

Sechs Jahre lang ruht der Blog von Peter Hausmann. Keine Zeile. Am 17. Juni 2018 bricht er sein digitales Schweigegelübde. Den Streit der Unionsparteien will er nicht länger lautlos ertragen. Hausmann fährt seinen Computer hoch, geht ins Netz, loggt sich ein, notiert irritiert, alle Beteuerungen der CSU, die Kanzlerin nicht stürzen zu wollen, klängen für ihn „irgendwie nicht ernst und ehrlich“. Danach fährt er zu Freunden.

Als er am Abend heimkommt, hat Hausmann Dutzende Kommentare im Blog, Mails, SMS, Mitteilungen auf dem Handy. Hausmann, seit Jahrzehnten in der CSU, ehemals Chefredakteur des Parteiorgans „Bayernkurier“ und Regierungssprecher in Bonn, zuletzt nur in seinem Münchner Ortsverein aktiv, hatte einen Nerv getroffen: Seit Wochen streitet die Basis über den Kurs und hadert mit der Führung. Wie Hausmann ergeht es vielen.

Richard Reischl, Bürgermeister der Gemeinde Hebertshausen bei Dachau, postet auf Facebook, „noch nie wie in der jetzigen Zeit hatte ich so ein Problem damit, CSUler zu sein“. Gerald Kurz, CSU-Fraktionssprecher in Grafrath klagt, die Partei werde gespalten, weil die drei Herren „die Lega Nord spielen müssen

 

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