FNP| Hajo Funke im Gespräch/ Interview mit Rechtsextremismus-Forscher: „Die Polizei ist zum Teil unterwandert“


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Die dramatischen Ereignisse in Chemnitz bewegen ganz Deutschland. Mit dem Berliner Politikwissenschaftler Hajo Funke sprachen der Chefredakteur dieser Zeitung, Matthias Thieme, Politikchef Dieter Sattler und Politik-Reporter Dieter Hintermeier über rechte Gewalt und die Rolle der AfD.

Herr Funke, nicht wenige haben lange Zeit gehofft, dass die AfD die Wähler am rechten Rand einfangen könnte. Kann die AfD das?

HAJO FUNKE: Das kann diese Partei schon lange nicht mehr leisten. Im Gegenteil. Sie hat sich seit ihrem Bestehen und dem Rückzug ihres Gründers Bernd Lucke stufenweise radikalisiert. Auch das Scheitern von Frauke Petry ist ein Beispiel dafür. Jetzt haben „Rechte“ wie zum Beispiel Alexander Gauland und Björn Höcke das Sagen.

Aber die AfD ist demokratisch zugelassen und in den Parlamenten vertreten….

FUNKE: Die AfD ist demokratisch gewählt und demokratisch zugelassen, aber sie ist nach meinen Kriterien keine demokratische Partei. Meiner Meinung ist sie beobachtungs- und verbotsfähig.

Wie erklären Sie sich die Radikalisierung ihres Führungspersonals, das früher dem bürgerlichen Spektrum angehörte?

FUNKE: Bei Alexander Gauland ist das schwer zu erklären. Er hat sich vom konservativen Rand der CDU, seiner ehemaligen Partei, gelöst und hat sich im Alter radikalisiert. Besonders radikal gebärdet sich Gauland, wenn er im Osten Deutschlands auftritt oder in der Nähe von Björn Höcke ist. Der ehemalige Frankfurter Stadtkämmerer Albrecht Glaser, auch ehemals in der CDU, erscheint mir in seinen Reden schnell unkontrolliert zu werden.

Zur Chemnitzer Demo nach dem Tod von Daniel H. sollen 7500 Menschen gekommen sein. Waren 

 

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