AfD| Hintergrund Parteispendenaffäre NRW|Schweizer Plakatgeheimnis


Correctiv|

EXKLUSIV: Eine Schweizer PR-Agentur hat dem AfD-Landtagskandidaten in NRW Guido Reil Wahlplakate bezahlt, ohne den Geldgeber zu nennen. Der AfD-Politiker behauptet, die Parteigremien über das Angebot aus der Schweiz informiert zu haben. Das nährt den Verdacht der verdeckten Parteienfinanzierung.

von Marcus Bensmann , Justus von Daniels13. July 2017

Diese Recherche erscheint auch in der Schweizer Wochenzeitung WOZ.

Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen vor zwei Monaten rechnete die AfD mit einem zweistelligen Ergebnis. Am Ende kam sie gerade mal auf 7,4 Prozent.

In einigen Wahlkreisen im Ruhrgebiet schnitt die Partei aber erstaunlich gut ab. Das lag vor allem an Guido Reil, den Bergmann und ehemaligen Ratsherr der SPD in Essen.

2016 wechselte Reil von den Sozialdemokraten zur AfD, saß in Talkshows wie „Hart aber fair“ und wurde schnell zu einer prominenten Figur bei den Rechtspopulisten. Die AfD im bevölkerungsreichsten Bundesland setzte auf Reil als Werbefigur und machte ihn zum Steiger von der AfD. Ein Steiger ist eine zentrale Aufsichtsperson im Bergbau.

Das Zugpferd

Die Partei zielte damit vor allem auf unzufriedene bisherige SPD-Wähler im Ruhrgebiet. Reil kandidierte im Wahlkreis Essen I- Mühlheim II. Und er holte dort 13,1 Prozent der Stimmen, in seinem Viertel Karnap kam Reil sogar auf mehr als 20 Prozent.

Reil war vor der Wahl fast allgegenwärtig. An die hundertfünfzig Plakatwände mit seinem Gesicht hingen in Reils Wahlkreis und in den umliegenden Ruhrgebietsstädten. Mit zwei verschiedenen Motiven. Von zwei verschiedenen Auftraggebern.

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