Deutschlandfunk| Hajo Funke:„Jetzt muss Schluss sein mit Islamhass“


Der Terroranschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland müsse ein Weckruf auch in Deutschland sein, sagte der Extremismusforscher Hajo Funk im Dlf. Die Justiz müsse entschieden gegen Islamhass vorgehen. „Wenn wir so weitermachen, sind wir in Weimar“, sagte Funk. Er rief die AfD auf, Islamhass nicht länger zu befeuern.

Hajo Funk im Gespräch mit Daniel Heinrich

Daniel Heinrich: Nach dem Attentat auf zwei Moscheen steht ganz Neuseeland unter Schock. Am Telefon ist nun der Politikwissenschaftler Hajo Funke, lange Jahre an der Freien Universität Berlin, sein Schwerpunkt unter anderem Untersuchungen zum Rechtsextremismus. Guten Abend, Herr Funke!

Hajo Funke: Guten Abend!

Heinrich: Der mutmaßliche Haupttäter, ein 28-jähriger Australier – er hat Waffen nachgeladen während der Tat, er hat Munition geholt. Wir wissen das auch, weil er die Taten aufgezeichnet hat mit einer Kamera, die er wohl an seinem Kopf befestigt hat. Er hat das Ganze per Live-Streaming im Internet übertragen. Das Ganze war also offensichtlich lange geplant, Ziel: maximale Öffentlichkeit. Herr Funke, in welchem Milieu kann so ein Hass auf Muslime gedeihen?

Funke: In einem solchen rechtsextremen Milieu – das ist in Australien verbreitet so wie in den Vereinigten Staaten oder in Deutschland. Und die sind dann in einer ideologischen Blase, einer Paranoia, in diesem Fall sei der Islam, also auch die Muslime vor Ort, dazu in der Lage, uns, die weiße Rasse, zu zerstören. So hat er es in seinem Great-und-so-weiter-Text der Öffentlichkeit mitgeteilt.

Heinrich: Wie kommt man auf so etwas?

„Die Entfesselung des Ressentiments“

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