Spiegel|AfD-Spitzenpolitiker will zur CSU|“Ich habe es satt, die bürgerliche Fassade einer fremdenfeindlichen Partei zu sein“


Der AfD-Fraktionschef im Bayerischen Landtag will zur CSU überlaufen. Über seine Parteikollegen sagt er: „Manche von denen sind zu allem fähig.“ Von Anna Clauß

Markus Plenk trägt zwei tiefe Schürfwunden auf der Stirn. Die hat er einem seiner Schottischen Hochlandbullen zu verdanken: Als er seinen Stier Seppi gefüttert habe, erzählt Plenk, habe der seinen Kopf so schwungvoll durch das Gitter gesteckt, dass er nur mit Glück nicht aufgespießt worden sei.

Der Mann ist Biolandwirt in Oberbayern. Außerdem ist er Fraktionsvorsitzender der AfD im Bayerischen Landtag – allerdings nicht mehr lange. Plenk, 49, will zur CSU wechseln. Er habe lange mit sich und seinem Gewissen gerungen. Nun stehe sein Entschluss fest: „Ich habe es satt, die bürgerliche Fassade einer im Kern fremdenfeindlichen und extremistischen Partei zu sein.“

Er habe das Gefühl, „sich mitschuldig zu machen“ an der von Teilen der AfD betriebenen Spaltung der Gesellschaft und der „Zersetzung der Demokratie“. Es bringe nichts, selbst in gemäßigtem Tonfall politische Forderungen zu stellen, wenn andere Parteimitglieder die Grenzen des Sagbaren ständig überträten.

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