CHRISTOPH LÜTGERT: STRACHE-VIDEO – ERSCHRECKEND, WIE DIE DISKUSSION KIPPT


Da steht man fassungslos vor. Fassungslos wie die Diskussion um das Video mit den skandalösen Aus- und Einlassungen des ehemaligen FPÖ-Chefs Heinz-Christian Strache kippt oder zu kippen droht. Konservative Kräfte versuchen, den schlimmen Inhalt des Videos in den Hintergrund zu schieben und eine Nebensache in den Vordergrund zu zerren: Hinfort soll gefälligst darüber geredet werden, dass das Video auf fragwürdige Weise zustande kam und nicht darüber, dass da ein rechtspopulistischer Spitzenpolitiker entlarvt wurde, einer, der bereit war, die Demokratie in Österreich wegzuputschen.

Der frühere Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND), August Hanning, räsonniert: „Selbst gravierende Straftaten rechtfertigen keine Wohnraumüberwachung.“ Wie bitte ? Hat der BND noch nie verdächtige Landesverräter abgehört ? Und Rechtsausleger Strache hat doch schließlich offenbart, dass er bereit gewesen wäre, sein Land Österreich aufs Übelste zu verraten. Jetzt aber wird der ehemalige BND-Chef höchst sensibel. Er sorgt sich um die „politische Kultur“ und wettert gegen Wohnraumüberwachung.

Und auch der frühere Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hält die „Videofalle“, in die Strache getappt ist, für den eigentlichen Skandal, nicht den Inhalt des Videos. Da muss man im Nachhinein erschrecken, wie schlecht es um den Schutz unserer Verfassung gestanden haben muss, solange Maaßen unseren Verfassungsschutz führte.

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