Stern| Darum war es richtig und wichtig, das Strache-Video zu veröffentlichen


Verräter, Nestbeschmutzer  – es gibt reichlich Schimpfworte für Überbringer schlechter Nachrichten. Das ist auch im Fall des Skandal-Videos so, das Österreichs Regierung zu Fall brachte. Es führte aber kein Weg an der Veröffentlichung vorbei.

  • Dieter Hoß Nachrichtenredakteur, Crossmedia-Koordinator

Wenn skandalöse Dinge ans Licht der Öffentlichkeit kommen, geraten auch stets der Aufdecker des Skandals und der Überbringer der schlechten Nachricht in die Kritik. Im Fall des Enthüllungsvideos, das Österreichs bisherigen Vize-Kanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) zum Rückzug zwang und die konservativ-rechtspopulistische Regierung der Alpenrepublik zu Fall brachte, sind „Der Spiegel“ und die „Süddeutsche Zeitung“ zumindest die Überbringer. „Kein Ruhmesblatt“ der beiden Titel sei das gewesen, kritisierte via Twitter beispielsweise der Datenschutzbeauftragte von Baden-Württemberg, Stefan Brink (FDP). Und aus der AfD, laut Parteichef Jörg Meuthen bei „Anne Will“ nach wie vor Schwesterpartei der Freiheitlichen, kommt die Frage, wie weit man denn noch gehen wolle, „um uns ein Bild von Menschen zu machen und Informationen zu beschaffen“. Der „Hauptdarsteller“ des Videos, Heinz-Christian Strache, versuchte das Ganze als „b’soffene G’schicht“ zu verharmlosen. Haben die beiden Redaktionen falsch gehandelt?

Wie eigentlich immer in brisanten Enthüllungsfällen stellen sich auch rund um das FPÖ-Skandal-Video aus der ominösen Villa auf Ibiza durchaus berechtigte Fragen. Dass die Veröffentlichung des Videos unter dem Strich richtig war, daran kann es dennoch keinen Zweifel geben.

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