Zeit| Alte Kameraden: Björn Höcke – Thorsten Heise


Der AfD-Mann Björn Höcke ist gut bekannt mit einem der führenden deutschen Neonazis. Zum ersten Mal reden Zeugen über Details der Freundschaft.

Von Hannes Vogel

Wenn Björn Höcke am Fenster seines Wohnhauses in Bornhagen steht und den Hang hinab auf das kleine Dorf im nördlichsten Zipfel Thüringens blickt, sieht er eine Art konservatives Traumbild von Deutschland. Eine 300-Seelen-Gemeinde am Fuße einer Ritterburg, umgeben von dichten Wäldern und saftigen Wiesen, dazu eine evangelische Kirche aus der Kaiserzeit.

„Mein Bullerbü“ nennt der AfD-Landeschef den Schlupfwinkel zwischen Thüringen, Hessen und Niedersachsen, in den er sich zurückgezogen hat. In Bornhagen ist die AfDstärkste Kraft, bei der Bundestagswahl holte sie hier 34 Prozent. Das Eichsfeld sei ihm „Refugium“ geworden, schrieb Höcke im vergangenen Jahr auf Facebook, „es ist mir Rückzugs-, Inspirations- und Regenerationsraum“. Und hier plant er auch seine Inszenierungen, wie den „Trauermarsch“ durch Chemnitz am 1. September.

Mit diesem Auftritt hat Höcke die Bereitschaft zum Schulterschluss mit gewaltbereiten Rechtsextremen demonstriert. Der Thüringer Verfassungsschutz interessiert sich mittlerweile für die rechte Volksfrontaus AfD, Wutbürgern und Neonazis, die Höcke errichten will. Und für seine Kontakte ins Neonazi-Milieu. Neu sind sie allerdings nicht. Schon lange bevor Höcke zur Galionsfigur der völkischen AfD-Fraktion aufstieg, freundete er sich offenbar mit dem stellvertretenden NPD-Bundesvorsitzenden Thorsten Heise an, einem wegen Gewaltdelikten vorbestraften Neonazi.

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