Temmes Welt

Der letzte Mord mit der Schusswaffe “Ceska” wurde am 6. April 2006 in Kassel verübt, in einem Internet-Cafe. Der hessische Geheimdienst-Mitarbeiter Andreas Temme stand zeitweise unter Mordverdacht. Im Zuge der parlamentarischen Untersuchungen und während des NSU-Gerichtsprozesses tauchten weitere belastende Fakten auf. Sie werden in diesem Artikel chronologisch zusammengefasst.

1. Temme hatte in seiner Jugend rechtsextreme Neigungen und den Spitznamen “Kleiner Adolf”. (faz)

2. Beamte des hessischen Geheimdienstes “Verfassungsschutz” bauten den Geheimdienst in Thüringen auf. (Friedensblick) Der ehemalige Polizist Friedhelm Kleimann berichtete beispielsweise, dass der thüringer Geheimdienstler Norbert Wießner persönliche Kontakte zum heutigen hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier gehabt hätte. (friedensblick) Wießner war verantwortlich für die Anwerbung von Informanten im sogenannten “Thüringer Heimatschutz”, etwa des Mitgründers Tino Brandt. (tagesspiegel) Im “Thüringer Heimatschutz” war auch das Trio Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe.

3. Andreas Temme besuchte die gleiche Kneipe wie Uwe Mundlos.(stuttgarter-zeitung)

4. Andreas Temme war mit dem Chef der Kasseler Rocker “Hells Angels” befreundet (ns). In oben erwähnter Kneipe hätten sich auch “Hells Angels” getroffen. Im Wohnwagen, wo Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt am 04.11. erschossen gefunden wurden, sicherten Ermittler eine DNA-Spur, die nicht zum Trio  passt (spiegel). Eine identische DNA-Spur befindet sich auf einer Patronenhülse, “die von Hells Angels auf Bandidos abgefeuert wurde.” (tagesspiegel).

5. Beim hessischen Geheimdienst “Verfassungsschutz” führte Temme Informanten aus dem islamistischen wie rechtsextremen Bereich. Bis heute ist unbekannt, wer die islamistischen Informanten waren. Sein Informant vom rechtsextremen Bereich erhält vom hessischen Verfassungsschutz einen Anwalt, der ihn auch zum NSU-Gerichtsprozess begleitete. (juergen-pohl)

6. Andreas Temme wurde im März 2006 beauftragt, also vor den letzten beiden Ceska-Morden, seine “Quellen nach den Morden zu befragen.” (blog.zeit)

7. Die Mörder wären in das Cafe gegangen, hätten den Betreiber erschossen und wären dann unerkannt verschwunden. Das Mordopfer war beim Anschlag von 6 Gästen umgeben, davon telefonierten zwei in Yozgats unmittelbarer Umgebung(Friedensblick). Ohne Mithilfe von Innen wäre die Erschießung kaum machbar gewesen, auch wenn die Schussgeräusche durch einen Schalldämpfer gedämpft wurden!

8. Temme befand sich gegen 17:00 zur Tatzeit am Tatort. Er verließ den Ort kurz vor oder nach dem Mord. Er will nichts gesehen, gehört oder gerochen haben. (friedenblick)

9. Am Tattag telefoniert Temme 45 Minuten vor dem Mord mit einem Informanten. Daraufhin verlässt er sein Büro und geht ins Internetcafe. Er loggt sich dort um 16:50 ins Internet ein, gegen 17:00 wieder aus. Um 17:20 redet er abermals mit einem Informanten.(friedensblick)

10. Ein Zeuge sah Temme mit einer Tüte das Internetcafe betreten. Darin befand sich ein schwerer Gegenstand. Bei den Ceska-Morden wurde meist eine Tüte über die Pistole gestülpt, um die Hülsen aufzufangen und die Waffe vor dem Opfer zu verbergen. (friedensblick)

11. Temme meldete sich nicht auf den Zeugenaufruf der Polizei. Durch eine Zeugenaussage wurde die Polizei auf den unbekannten Nutzer aufmerksam. Sie analysierte dessen Computer, rekonstruierte daraufhin das Surfverhalten und identifizierte schließlich Temme nach ca. zwei Wochen.

12. Vier Tage nach der Tat wollte die Polizei mit dem Geheimdienst sprechen. Welchen ihrer Geheimdienstler schickte der “Verfassungsschutz” ausgerechnet zum Gespräch? Andreas Temme. (friedensblick)

13. Nach dem Temme identifiziert wurde, nahm die Polizei ihn als Tatverdächtigen fest. An seiner Kleidung wurden Schmauchspuren festgestellt. Sie stammten von “verschiedenen Munitionstypen”. Temme war seit 2000 Mitglied eines Schützenvereins, was er seiner Familie jedoch verschwiegen hätte. (friedensblick)

14. In Temmes Büro wurden rechtsextreme Schriften etwa von der Schutzstaffel “SS” gefunden. (stuttgarter-nachrichten)

15. Temme log die Polizei an und verstrickte sich in Widersprüche. (friedensblick)

16. Der hessische Verfassungsschutz behinderte die Ermittlungen. Laut des damals leitenden Kriminaldirektors, Gerald Hoffmann, würde man vom Geheimdienst, “selbst wenn man eine Leiche neben einem Verfassungsschützer findet, (…) keine Auskunft [bekommen]. (FR-online).

17. Der damalige hessische Innenminister Volker Bouffier stützte die geheimdienstlichen Behinderungen und berichtete dem parlamentarischen Kontrollgremium nicht wahrheitsgemäß über den Ermittlungsstand. Der grüne Landtagsabgeordnete und damaliges Mitglied des Gremiums Jürgen Frömmrich kritisierte, dass die Abgeordneten “2006 vieles nicht erfahren” hätten, “was für die Einordnung der Tat erforderlich gewesen” wäre. (FR) Bouffier berichtete falsch,  “Andreas T. stehe nicht mehr unter Tatverdacht.” (FR)

Das hinderte die hessischen Grünen 2013 nicht, eine schwarz-grüne Koalition mit Bouffier zu schließen und einen Untersuchungsausschuss abzulehnen. (friedensblick)

18. Temme kam frei, wurde jedoch abgehört. Die Aufzeichnungen zeigen, dass Temme seitens des Geheimdienstes gecoacht wurde, ein Ratschlag war: Er solle bei seiner dienstlichen Erklärung “so nah wie möglich an der Wahrheit” liegen! (friedensblick)

19. Nachdem neunten Mord hörte die Ceska-Serie auf. Kriminalistenspekulierten, dass die Ermittler dem “Täter bzw. Täterkreis zu nahe kamen.” (friedensblick)

20. In der Zwickauer “NSU-Wohnung” wurde ein “stark verkohlter Falk-Stadtplan von Kassel” gefunden! Die handschriftlichen Markierungen und Notizen stammten aus dem Täterkreis. Alle Anschlagsziele, bis auf eine, liegen auf “den täglichen Fahrtrouten” von Temme. (welt)

21. Temme log den NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages an. Dort behauptete er, dass ihm selbst die Mordserie bis zu seiner Festnahme am 21. April 2006 nicht bekannt war.” (stern)

22. Temme erleidet als Zeuge vor dem münchner NSU-Gerichtsverfahren einen schweren Erinnerungsverlust und machte sich selbst für Vertreter der Systemmedien unglaubwürdig. (friedensblick).

23. Die seitens der Politik weisungsgebundene Bundesanwaltschaft steht auch wegen Temme in der Kritik, den NSU-Komplex zu vertuschen. Während des NSU-Gerichtsprozesses würden etwa Temme-Akten nicht freigegeben. (friedensblick)

24. Das Leitmedium “sueddeutsche” stellt Temme als Opfer einer Kampagne von “Verschwörungstheoretikern” dar. (friedensblick) Hans Leyendecker  bezeichnet den Fall Temme als “ausermittelt”. Die ARD-Sendung “Panorama” sendet eine peinliche Doku mit Temme beim Kirschpflücken.

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Quelle: youtube

Quelle: Friedensblick

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