Wiener Zeitung| Politologe warnt vor „Schlacht um Bagdad“


  • Internationale Staatengemeinschaft unter Handlungsdruck
Kurdische Peschmerga kämpfen gegen die Terrormiliz IS. - © APAweb/Reuters, Ahmed Jadallah

Kurdische Peschmerga kämpfen gegen die Terrormiliz IS.© APAweb/Reuters, Ahmed Jadallah

Wien/Berlin/Bagdad. Ein Ende des Vormarsches der radikal-sunnitischen, extremistischen Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) im Irak ist für den deutschen Politologen Hajo Funke derzeit nicht in Sicht. In einem Gespräch am 10. Juli 2014 mit der Nachrichtenagentur APA sagte er, dass „die internationale Staatengemeinschaft der Chaotisierung des Konfliktes freien Lauf lässt“ und warf der UNO sowie der irakischen Regierung „fahrlässiges Verhalten“ vor.

Funke sieht neben den Konfliktparteien auch die internationale Staatengemeinschaft unter Handlungsdruck. „Wenn es zu keinem Umdenken kommt, steht die Schlacht um Bagdad bevor“, prognostizierte der an der Freien Universität Berlin lehrende Politologe. Dabei würden sunnitische und schiitische Kämpfer aufeinander treffen.

Versagen der irakischen Regierung

Die irakischen Sunniten kooperierten mit der IS, allerdings handle es sich dabei um ein Zweckbündnis, das aufgrund „des Versagens der Regierung in Bagdad“ entstanden sei, erklärte Funke. Die jihadistische IS hat Ende Juni 2014 die Gründung eines „Kalifats“ bekannt gegeben. Zeitgleich benannte sie sich von „Islamischer Staat im Irak und in der Levante“ (ISIS/ISIL) zu „Islamischer Staat“ (IS) um.

Das von der IS ausgerufene Kalifat finde innerhalb der Gesellschaft keine Anerkennung, da die Gruppe „zu extremistisch, grauenvoll sowie terroristisch vorgeht und die Menschen entzweit“, erklärte der Politologe. Die destruktiven Kräfte dominierten nur deshalb derzeit die Ereignisse im Irak, da ihnen keiner entschlossen entgegentrete. Diese Entwicklung zeige „ein großes Vakuum innerhalb der internationalen Staatenwelt“ auf, sagte Funke und sprach sich für ein Eingreifen der Vereinten Nationen in den Konflikt aus.

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